Es wird nicht, wie es ist

kritik
Gegen die Herrschaft an sich, dem Zustand des Unmöglichen und der Freiheit des Falschen:

Der normale kapitalistische Wahnsinn.
Der kapitalistische Alltagswahnsinn sorgt für Erniedrigung, Leistungsterror, Verarmung, Gesundheitsschäden, Stress und Verelendung. Die falsche Freiheit des Kapitals und der Staatsfetisch, Menschen auszubeuten und zu unterdrücken, wird mit Selbstverwirklichung des Einzelnen verwechselt, die innerhalb der bürgerlichen Ordnung versprochen wird. Damit es Deutschland gut geht, werden Lohnkürzungen, Arbeitszeiterhöhungen, Entlassungen und weitere soziale Angriffe entweder akzeptiert oder resigniert hingenommen. Die Unzumutbarkeiten werden durch den identitätsstiftenden Glauben an die Nation und der gemeinsamen Schicksalsgemeinschaft verschleiert und ausgeblendet sowie die Ausbeutung der Menschen als Dienst zum Wohle der eigenen Nation verklärt. Der Staat an sich besitzt das Gewaltmonopol über die Menschen und garantiert der bestehenden wirtschaftlichen Ordnung die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, die sich den politischen, juristischen und ökonomischen Bedingungen beugen müssen. Hier und da kann die eine oder andere Verbesserung erstreikt, gewählt oder erkämpft werden, aber die Arbeitskraft muss weiterhin durch den Zwang zur Arbeit verkauft werden und die sozialen Einschnitte nehmen zu. Nicht die Befriedigung aller Bedürfnisse und die gerechte Verteilung der Güter sondern die Profitmaximierung und das Gewinnstreben sind der Zweck dieser Wirtschaftsform.
Der kapitalistische Charakter der Produktion (kapitalistische Vergesellschaftung) und der momentane ökonomische Normalbetrieb basieren auf der Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch Menschen aufgrund des Zwanges zur Lohnarbeit, der Vernichtung für Mehrwertabschöpfung (Profit) und der Ausnutzung der Reproduktionsphasen (Hausarbeit, Erziehung, Pflege und Bildung). Die Arbeit wird leider von zu vielen bis jetzt noch zur Bildung der Persönlichkeitsidentität aufgrund der Identifikation mit Beruf, Arbeitsstelle und Arbeitgeber benutzt und nicht als ökonomischer Zwang zur Existenzsicherung begriffen. Denn die Lohnarbeit wird als Ausdruck des eigenen Glücks propagiert, verschleiert die Arbeitsideologie und den definiert den Wert des Individuum, indem Menschen nach ihrer Verwertbarkeit behandelt werden. Durch den Arbeitsfetischismus sind die Menschen gezwungen, sich den Zwangs- und Ausbeutungscharakters der Arbeit zu beugen.

Durch den technischen Fortschritt sinkt weder die Arbeitszeit noch wächst der Wohlstand für alle sondern die Arbeitsverdichtung nimmt zu, die Arbeitszeiten steigen, die Löhne/Einkommen sinken und die Armut vergrößert sich. Die Dienstleistungs- und Industriewirtschaft schöpft bei immer weniger Arbeitsplätzen immer mehr Mehrwert ab. Die Logik der Lohnarbeit, die Entfremdung von der Arbeit und der Arbeitswahn müssen als Ganzes hinterfragt, abgelehnt und abgeschafft werden. Arbeit ist keine Notwendigkeit an sich, die momentan der Kapitalverwertung unterworfen ist, sondern ist genau die kapitalistische Tätigkeitsform. Wer arbeitet, wird ausgebeutet und seine Selbstbestimmung beschränkt. Wer nicht arbeitet, wird vom Staat gedemütigt und dazu gezwungen. Die Formen sind unterschiedlich aber dienen der Beugung zur Arbeitsgesellschaft und somit zur abstrakten Warenproduktion (Produktion von Gütern die lediglich dem Verkauf und dem Gewinn dienen). Der Staat geht zwar tendenziell auf einzelne Interessen der Lohnabhängigen ein, zur Kaschierung der Widersprüchlichkeiten und Wahrung des sozialen Friedens aber verteidigt er die Produktionsverhältnisse und das Eigentum an diesen.
Die zynische Entmenschlichung durch den Kapitalismus muss von der Alternative einer solidarischen und zwanglosen Gesellschaftsform abgelöst werden. Statt einer Verstaatlichung der Wirtschaft als propagiertes Heilmittel, somit die Manifestierung des Staatsglaubens und der Aufrechterhaltung von Abhängigkeiten, müssen die Betriebe durch die Menschen selbst angeeignet und von allen gleichberechtigt verwaltet werden. Die individuellen Fähigkeiten, Interessen, Wissen, und Bedürfnisse sind in den Mittelpunkt des ökonomischen und sozialen Lebens zu stellen.

Rein in das politische Handgemenge.
Eine revolutionäre Situation kann durch vorrevolutionäre Zuspitzungen der Verhältnisse entstehen, in dem permanent und vielfältig die ökonomischen und sozialen Widersprüche aufgezeigt werden. Um die Strukturen und Mechanismen der Ökonomie, des Staates und der Politik aufzulösen, müssen diese auf allen Ebenen in Frage gestellt und unschädlich gemacht werden. Dafür benötigt es einen Prozess der Agitation und Reflexion. Die Gesellschaft muss sich über sich und ihrer Funktionalität bewusst sein, bevor in ihr Konflikte ausgelöst und vorangetrieben werden können, um die Verhältnisse umzuwälzen. Damit dieser Zustand erreicht wird, benötigt es die Organisierung von Menschen in Basisgruppen und die Intervention in verschiedene gesellschaftliche Konflikte. Durch Informationen, Aufklärungen, Diskussionen, Interventionen und Aktionen werden die (un)organisierten Menschen handlungsfähig und die Kritiken sowie Protestformen wirkungsmächtig.
Die Selbstentfaltungspotentiale und die Mündigkeit zur Selbstbestimmung müssen die Menschen durch eigenes politisches Handeln wie der Durchführung von Kampagnen, gemeinsame Aktionen und unkonventionelle Protestformen erwecken. Positive sowie negative Erfahrungen und umfassende Fähigkeiten der Selbstverwaltung und Selbstorganisation können aktuell und zukünftig in basisdemokratischen Gruppen, Bündnissen, Netzwerken, Medienprojekten, alternativen Strukturen wie Zentren/Hausprojekten und Selbsthilfegruppen gemacht werden.

Durch die Radikalisierung und Langfristigkeit von verschiedenen Sozial- und Protestbewegungen kann das Krisenregime mit seinen ganzen Strukturen herausgefordert und in zugespitzten Verhältnissen niedergestreckt werden. Neben dem Infragestellen und der Ablehnung der herrschenden Ordnung benötigt es konzentrierte und gemeinschaftliche Formen des Widerstands und des Aufbaus für etwas Neues. Zersplitterte und vereinzelte Proteste können durch die Organisierung zusammengeführt und zu einer umfassenden Durchschlagskraft vermengt werden. Die Erscheinungsformen von Vereinzelung, Individualisierung und Resignation werden durch solidarische Lernprozesse und kollektive Handlungsfähigkeiten überwunden.
Die existenzielle kapitalismuskritische Stimmungen sind aufzunehmen, aber die reaktionären Formen der Empörung gleichzeitig zu reflektieren und ablehnen. Verkürzte und personalisierte Kapitalismuskritik ist kein Bezugspunkt für eine umfassende Überwindung des Ganzen sondern kaschiert die Strukturen und Funktionalitäten des ökonomischen Gesamtbetriebs. Das kapitalistische System ist tendenziell subjektlos und reproduziert sich durch die systematischen Gegebenheiten der Ökonomie selbst. Die besitzenden Klassen und Schichten profitieren von den kapitalistischen Abhängigkeiten, sind allerdings nicht funktional die verursachenden Faktoren, da diese sich den Mechanismen des Marktes unterwerfen und durch ihre Funktionalität nach Profit und Gewinn streben, um im kapitalistischen Konkurrenzkampf existieren zu können. Ohne Notwendigkeit des Arbeitskraftverkaufs durch Abschaffung der Lohnarbeit gibt es keine Möglichkeit zur Ausbeutung.
Die bestehenden sozialen Kämpfe basieren meist auf defensive gewerkschaftliche Auseinandersetzungen und bleiben in dieser sozial-reformistischen Logik bestehen. In diese gilt es unter anderem hinein zu wirken, um verkürzte Kapitalismuskritik, die Identifikation mit der Nation und die Sehnsucht nach einem starken (Sozial-)Staat wegzufegen, die alltäglichen Verhältnisse klarzumachen und eine revolutionäre Perspektive mit den Unterdrückten und Beherrschten aufzuzeigen.
Um aufgrund der kapitalistischen Wirklichkeit nicht zu resignieren, sich mit den existierenden Verhältnissen abzufinden oder dogmatisch-autoritären sowie religiös-fundamentalistischen „Auswegen“ zu folgen, bedarf es der Faszination, Leidenschaft und Vision einer befreiten Gesellschaft, die alles umwirft. Durch die Mitarbeit in antikapitalistischen Gruppen und der Vernetzung dieser, kann und wird eine ernsthafte Bewegung entstehen, die dem Schrecken ein Ende setzt. Die Alternative zu dem existenziellen Falschen ist die Selbstorganisation sowie Selbstverwaltung und die Aneignung der Produktionsmittel für eine gesellschaftliche Perspektive fernab von Staat, Nation, Lohnarbeit, Kapital und den Spaltungsmechanismen. Die soziale Revolution und der freiheitliche Kommunismus durch Basisarbeit, Demokratie von unten, Selbstverwaltung und Anstoß fortschrittlicher Denkprozesse ist das Ziel.

Kein Frieden mit den Verhältnissen.
Unser freier und pluralistischer Kommunismus umfasst libertäre, postmarxistische und wertkritische Haltungen. Der Kommunismus ist die herrschaftsfreie solidarische Gesellschaft, in der sich alle nach ihren Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen selbst entfalten und verwirklichen und in dem kein Arbeitszwang, keine Lohnarbeit, kein Staatsfetisch und keine Bevormundung existiert. In diesem werden die Produktion und die gesellschaftlichen Prozesse durch die Vergesellschaftung (nicht Verstaatlichung) basisdemokratisch von allen Menschen organisiert sowie ausgeführt (Rätekommunismus) und die Gemeinschaftsgüter (Commons) stehen allen frei zur Verfügung.
Der Kommunismus setzt unter anderem auf sich zuspitzende Klassenauseinandersetzungen, damit die Klassengesellschaft mitsamt der Lohnarbeit und den Produktionsverhältnissen permanent, kategorial und umfassend abgeschafft wird. Das kapitalistische Verhältnis zwischen „Kapitalist*innen“ (Produktionsmittel-Besitzende) und „Arbeiter*innen“ (Lohnabhängige) ist wechselseitig bedingt und voneinander abhängig. Denn die Kapitalseite benötigt die Menschen, die den Mehrwert erarbeiten und die Lohnabhängigen untergeben sich den prekären, monotonen und befristeten Arbeitsplätzen um Lohn zu erhalten. Dieses Spannungsverhältnis in seiner äußeren sichtbaren Form ist der Klassenkampf. Die strukturellen Klassen definieren sich durch die Stellungen in den gesellschaftlichen Produktionsprozessen und benötigen kein klares Klassenbewusstsein. Die Stellung innerhalb der Produktionsverhältnisse ist maßgeblich für die Zugehörigkeit der jeweiligen Klasse. Die eigene Lebenssituation und der Warenbesitz spielen eine untergeordnete Rolle. Je nach Klassenverständnis, fortschrittlichem und sozialem Bewusstsein und solidarischem Verhalten sind auch kleine Selbstständige wie Handwerker*innen, Händler*innen, Landwirte, Kleinunternehmer*innen und Personen aus der Kreativwirtschaft mitzunehmen. Die heutige ausgebeutete Klasse ist aufgrund unterschiedlichster Schichten, gesellschaftlichen Funktionen, beruflicher Qualifikationen, Einkommen, Vermögen, Besitzverhältnissen, Bildung und weiteren Lebensbedingungen ausdifferenziert und mehrdimensional. Aus dieser ökonomischen Individualisierung bildet sich nicht automatisch und zwingend ein gemeinsames Bewusstsein zum Handeln, zum Aufbegehren, oder gar zum Aufstand. Die Individualisierung und Prekarisierung macht es schwierig die Klassensystematik zu überwinden, da die vereinzelten Schicksale aufzugreifen und Formen der politischen Partizipation zu ermöglichen sind.

Im Klassenkampf dürfen sich die Unterdrückungen und Ausbeutungen nicht nur in Zuspitzungen der Klassenverhältnisse vertiefen, sondern der Staat (mitsamt seinem Bezug auf eine Nation) als Gesamtkapitalist muss ebenfalls in den Klassenkampf einbezogen werden – als abzuschaffendes Bollwerk gegen die Befreiung und als emanzipatorisches Ziel der Überwindung. Denn der Staat ist keine positive oder neutrale Institution zwischen zwei Fronten sondern agiert mit verschiedenen Gesetzen (Hartz 4, Leiharbeit, Verbot von General- und politischen Streiks) und der Staatsgewalt (Repression, Polizei) für die bestehenden (Zwangs)Verhältnisse. Die systemimmanenten Sozialleistungen dienen lediglich der Reproduktion der Arbeitskräfte, damit der Wirtschaft funktions- und leistungsfähige Arbeiter*innen gewährleistet werden. Der Kommunismus kann nur verwirklicht werden, wenn neben dem kapitalistischen System auch die Nationalstaaten überwunden werden. Deshalb ist der Kommunismus strikt antinational.

Viele gesellschaftlichen Widersprüche und Auseinandersetzungen sind auf die Klassenverhältnisse zurückzuführen. Jedoch können nicht alle Konflikte auf den Klassenkampf und die Klassenstrukturen wie Konflikte (Vorteile/Diskriminierungen) wie Rassismus, Patriarchat, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Nationalismus und Klassismus (…) reduziert werden. Diese Spaltungs- und Unterdrückungsmechanismen werden durch die Abschaffung des Kapitalismus dezimiert aber verschwinden nicht zwangsläufig, sondern benötigen langfristige Prozesse der Aufklärung und Verhaltensänderungen sowie soziale Interaktionen.
Die Lohnabhängigen und Prekarisierten sind nicht generell die aufgeklärte positive Klasse, auf die sich bezogen werden kann. Aufgrund der umfassenden Konkurrenzsituation, ihrer eigenen Sozialisationen, ihren gesellschaftlichen Positionen sowie ökonomischen Interpretationen haben diese teilweise unterschiedliche Ausprägungen von reaktionären Denkmustern. Das Proletariat ist für uns deshalb nicht zwangsläufig ein unkritischer Bezugspunkt.

Klassenkämpfe sind nicht zwingend Vorzeichen für die Krise und Schwächung des Kapitals sondern systematische Erscheinungsformen der gegensätzlichen Interessen. Die jetzige Gesellschaft ist eine „klassenlose“ Klassengesellschaft, da die Existenz und Funktionalität der Klassen gegeben ist, aber es innerhalb der Lohnabhängigen kaum ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein gibt, die Vorstellung von vorhandenen Klassen sowie deren Widersprüche marginal ist und von der Kapitalseite die Klassenzustände geleugnet werden. Soziale Widersprüche werden von beiden Seiten durch diffuse Erklärungsmuster wie persönliches Schicksal, Schuldzuweisungen, Normalität des Lebens, Faulheit oder Unfähigkeit von Personengruppen und weiteren Bestimmungen umgedeutet. Durch reformistische Gewerkschaftsapparate, Auflösungserscheinungen des Klassenbewusstseins und des geringen Aktionismus der Lohnabhängigen finden momentan geringe bis keine ökonomischen Auseinandersetzungen statt, die mensch als sichtbare Formen des Klassenkampfs bezeichnen kann. Von den bestehenden Klassenstrukturen ausgehend kann nicht zwingend auf ein (sich bald entwickelndes) weit verbreitetes Klassenbewusstsein ausgegangen werden.
Die bestehenden ausdifferenzierten Klassenkämpfe sind nicht per se aufständisch oder haben einen revolutionären Inhalt. Die proletarischen und prekären Menschen sind nicht zwangsläufig die revolutionäre Bewegung. Kommunist*innen müssen von der Überzeugung abrücken, dass diese betroffenen Personengruppen zwangsläufig irgendwann aufstehen und sich zur Wehr setzen. Diese können zu den revolutionären Subjekten werden oder wie bis jetzt, eben nicht. Klassenkonflikte brechen die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auf, reichen allerdings für einen revolutionären Prozess als alleiniges Mittel nicht aus.

Es geht nicht nur darum, die Prekären, die Lohnabhängigen und die Arbeitslosen auf dem Weg zur Revolution mitzunehmen, sondern alle Menschen, die aus dem Produktions- und Verwertungsprozess aufgrund ihrer Lebensbedingungen heraus und nicht unter dieser Abstraktion fallen (Menschen mit Behinderungen, Flüchtende, Rentner*innen…). Für uns ist das Proletariat als revolutionäres Subjekt zu wenig und veraltet. Unser revolutionärer Bezugspunkt ist die Multitude, die kritische singuläre Masse von Menschen, die verschiedene Positionen, Lebensbedingungen und Wünsche haben aber gemeinsam handeln wollen um aus dem System auszubrechen.
Klassenkampf ist nicht mit Klassenkrieg zu verwechseln. Die Agitation und Intervention der Unterdrückten sollte so handlungsfähig sein, um die Verhältnisse als Ganzes umzuwerfen. Aber es darf Rachegefühlen oder einem Menschenhass kein freier und blutiger Lauf gelassen werden. Nicht Körper sind anzugreifen sondern Augen zu öffnen und Herzen zu gewinnen. Der Klassenkampf kann sich durch eine Eigendynamik zu einem Radikalisierungs- und Lernprozess verwandeln und zersetzende Wirkungen haben, wenn die Abschaffung der Lohnarbeit, das Ende der Warenproduktion, die Aneignung der Betriebs- und Produktionsmitteln und die Aufklärung über gesellschaftliche reaktionäre Erscheinungsformen damit verbunden werden.

Die Zusammenführung von sozialen, ökologischen, ökonomischen Konflikten und weiteren Teilbereichskämpfen ermöglicht den revolutionären Moment. Die Alltagskämpfe werden zugespitzt und voran getrieben durch die inhaltliche Radikalisierung und gemeinschaftliche Organisierung, indem sich die Menschen mit ihren singulären Interessen zu einer aufbegehrenden Masse zusammenschließen.
Es geht sowohl um die gesellschaftliche Emanzipation, die Befreiung aus allen selbst erschaffenen, überflüssigen Zwängen und Machtverhältnissen, als auch um die Demokratisierung aller Lebensbereiche durch die Abschaffung der bestehenden Ordnung mit ihrem Arbeits-, Waren- und Staatsfetischismus.

Die Zukunft wird ganz anders.
Um die institutionelle Herrschaft an sich zu beenden und den Zustand des Unmöglichen zu erschaffen, benötigt es als erste Schritte tiefgreifende funktionsfähige Strukturen des Protestes und Widerstand. Nach unserem Verständnis erfolgen die Organisationsformen und Aktivitäten von Kommunist*innen in radikaldemokratischen Basisgruppen und lokalen sozialen Räume wie Betrieben, Städten und Stadtteilen, Wohnformen, linken Zentren, Universitäten, Schulen und weiteren Formen des Zusammenkommens von Menschen. Welche Strategie, Praxis und Handlungsfelder konkret zum antikapitalistischen Widerstand herangezogen und angewendet werden, müssen die Basisgruppen vor Ort anhand der lokalen gegebenen Situationen und Strukturen entscheiden. Eine Mischform aus der Internet-Technologie (Abstimmungen, Informationen, Diskussionen) und Versammlungen vor Ort können die Organisation und Durchführung von rätekommunistischen Strukturen ermöglichen. In selbstkritischen Analyse- und Auswertungsprozessen werden die internen eigenen Machtverhältnisse und Verhaltensweisen wie Hierarchien, Beteiligungshürden, Ausschlusskriterien, patriarchale Strukturen und Dominanzverhalten reflektiert und aufgelöst. Die Basisgruppen sollten je nach personeller, zeitlicher, finanzieller, räumlicher und inhaltlicher Möglichkeiten (über)regional zusammenarbeiten und sich vernetzen. Diese Verflechtung wahrt einerseits die demokratischen Strukturen (Gruppe agiert durch Entscheidungen aller), schützt bedingt vor Repressalien (keine Zerschlagung einer Gesamtorganisation) und kann gezielt in ihrer jeweiligen Umgebung agieren sowie durch Bündnisse einen gemeinsamen Weg voranbringen. Ein Zusammenschluss aller Basisgruppen zu einer Gesamtorganisation kann die einzelnen Ziele, Analysen und Vorgehensweisen dieser kaschieren und autoritäre Strukturen von Oben konstituieren. Die stärkere Zusammenarbeit und die Schlagkraft gebündelter Räte-Strukturen sind allerdings nicht außen vorzulassen. Deswegen muss eine Entscheidung, wie vor, während und nach der Abschaffung aller bestehenden falschen Verhältnisse der Transformationsphase sich weiter und umfassender organisiert wird, bis dahin vertagt werden. Dafür sind libertäre, demokratische und permanente Organisationsformen wie Basisgruppen und deren Vernetzung jetzt flächendeckend und kontinuierlich aufzubauen.

Für die staaten- und klassenlose Weltgesellschaft.